Usedom im Panorama: Wollin (Wolin)

Wollin ist die östliche Nachbarinsel Usedoms und gehört seit Kriegsende zu Polen. Die Insel wird von der Ostsee und dem Stettiner Haff im Norden und Süden sowie von der Swine (Świna) und der Dievenow (Dziwna) im Westen und im Osten begrenzt. Landschaftlich weist Wollin eine große Ähnlichkeit zu Usedom auf, ist aber weitaus dünner besiedelt. Vor allem das schicke Ostseebad Misdroy (Międzyzdroje) ist erwähnenswert. Wollin gehört zur Woiwodschaft (Grafschaft) Westpommern.

Ein Bild, das wohl bald Vergangenheit sein wird: Wer von Usedom auf die Insel Wollin gelangen möchte, muss ich einer der beiden Fähren bedienen. Einwohner von Swinemünde, Fußgänger und Radfahrer dürfen die (kostenlose) Stadtfähre benutzen. Alle anderen müssen die (ebenfalls kostenlose) Fähre von Kaseburg (Karsibór) benutzen. Im Jahr 2020 beginnen die Arbeiten an einer Untertunnelung der Swine und machen nach ihrer Vollendung die Fähren überflüssig.

Ein Ziel, das bei einem Besuch der Insel Wollin unbedingt aufgesucht werden sollte, ist der Türkissee (Jezioro Turkusowe) in der Nähe von Kalkofen (Wapnica). Wie der Ortsname vermuten lässt, wurden hier Kreidekalke und Kreidemergel abgebaut und gebrannt. Später entstand eine Portlandzementfabrik, deren Reste an der Straße zwischen Lebbin und Kalkofen zu sehen sind.

Die Swine endet im Stettiner Haff. Doch bevor sie die freie Wasserfläche erreicht, bildet die Swine ein großes Flussdelta aus, ein ausgedehntes Schilfgebiet mit vielen Inseln und Wasserläufen.

Misdroy war eines der ältesten Ostseebäder der Region. Hier trafen sich die Schönen und Reichen. Nach dem Krieg fiel das Seebad an Polen und nun mussten erst einmal die vielen Wohnungslosen untergebracht werden. Doch schon in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts war Międzyzdroje eine in Polen sehr beliebte Sommerfrische.

Mit großem Aufwand wurde Anfang der 2000er die Strandpromenade erneuert. Hässliche Marktbuden verschwanden und eine moderne, gepflegte Promenade entstand. Zudem beseitzt Międzyzdroje eine Seebrücke, von der aus verschiedene Schiffe ablegen.